Testbericht: Mein erstes Fotobuch

Bilder der Digitalfotografie werden in Sekundenbruchteilen und großen Mengen produziert. Daher schlummern viele Schätze auf unseren Platten, die schnell in Vergessenheit geraten. Ich überlegte deshalb schon länger, einige meiner Bilder entwickeln zu lassen. Da ich nun keine Schuhkartonsammlung starten möchte, war ein Fotobuch das Produkt der Wahl. Zum Glück erhielt ich einen Gutschein für das DeluxeBook (ca. 45€) der Firma ifolor, mit der Bitte, einen kleinen Testbericht zu verfassen.

Bedienbarkeit der Gestaltungssoftware

Die kostenlose Gestaltungssoftware ist auf den ersten Blick etwas unübersichtlich, bereits mit wenig Übung aber gut zu bedienen und führt so sehr schnell zu zufriedenstellenden Resultaten. Für den angestrebten Zweck einer einfachen und schnellen Fotobucherstellung fällt natürlich auch Flexibilität weg. Das millimetergenaue Positionieren etwa ist mit der Software nicht möglich. Da man aber mit Hilfslinien und Rastern arbeiten kann, bleiben einem trotzdem noch genug Möglichkeiten.

Zwar gibt es einige Gestaltungsvorlagen, leider sind diese größtenteils sehr verspielt. Wenn man kein kunterbuntes Urlaubsbuch haben möchte, sondern eine schlichte Präsentation der eigenen Bilder, bleibt einem aber die Möglichkeit, manuell Hintergründe und ähnliches festzulegen und dies auch automatisch auf das gesamte Buch zu übertragen, was sehr angenehm ist. Einige weitere schlichte Designvorlagen wären aber wünschenswert.

Gut gelöst ist die Verwendung von niedrig auflösenden Vorschaubildern in der Software. So bleibt der Arbeitsfluss ruckelfrei und ungebremst, auch wenn man – wie ich – mit etwa 100 Aufnahmen in 18-Megapixel-Auflösung hantiert. Die Qualität der Vorschauen ist dennoch gut genug, um das Endresultat erahnen zu können.

Die vorgegebenen Seitengestaltungen sind vielzählig und durch die Möglichkeit, auch manuell Bilder verschieben und beschneiden zu können, sind den eigenen Vorstellungen keine Grenzen gesetzt. Sehr positiv aufgefallen ist, dass beim Verändern der Bildrahmen die Bilder lediglich beschnitten, nicht aber verzerrt werden. Gerade unerfahrene Anwender werden so davor bewahrt, sich Fotobücher mit verzerrten Proportionen zu erstellen. Leider sind die vorgegebenen Bildrahmen nicht auf das Standardseitenverhältnis von 3:2 angepasst. Fügt man Bilder diesen Formates ein, werden diese also automatisch beschnitten, was einem unter Umständen erst später bewusst wird. Eine manuelle Anpassung der Standardseitenlayouts ist also fast immer nötig.

Wo einem bei den Innenseiten die volle Freiheit gegeben wird, Seitenelemente wie Bilder und Texte hinzuzufügen und nach Belieben zu verschieben und in der Größe zu verändern, da wird einem bei der Umschlaggestaltung genau das nicht mehr erlaubt. Selbst das Seitenverhältnis des Hauptbildes wird einem vorgeschrieben. So kommt man um eine beschnittene Version des eigenen Bildes auf dem Buchcover nur schwer herum.

Gut gelöst ist die Anzeige der importierten Bilder. Bereits verwendete Bilder werden hervorgehoben, so dass man auf einen Blick sieht, welche Fotos man noch nicht im Buch verwendet hat.

Insgesamt läuft die Gestaltungssoftware sehr stabil und ist während meiner Verwendung kein einziges Mal abgestürzt oder hat irgendwelche Probleme mit großen Datenmengen gezeigt. Zwar wird man in einigen Belangen etwas eingeschränkt, dafür ist die Software aber nicht überladen und bietet sowohl dem Unerfahrenen als auch dem technisch versierteren Benutzer eine schnelle Möglichkeit, sein Fotobuch zu gestalten. Leider ist die Software nur für Windows erhältlich. Ein großer potentieller Kundenkreis von Mac- und Linuxusern bleibt somit außen vor oder muss auf das weniger komfortable Webinterface zurückgreifen.

Bestellablauf und Lieferzeit

Die Bestellung geschieht komfortabel direkt aus der Designsoftware heraus. Kunden- und Versandinformationen sowie etwaige Gutscheincodes werden direkt hier eingegeben.

Der Upload der Fotobuchdaten läuft sehr schnell ab. Um eine gute Netzanbindung scheint ifolor sich gekümmert zu haben, so dass die einzige Beschränkung am eigenen Anschluss liegt. Für große Datenmengen wie in meinem Fall ist ein schneller Anschluss also zu empfehlen.

Bei Abschluss der Bestätigung erhält man eine Auftragsnummer, über welche auf der Website der Stand des Auftrags abgefragt werden kann. Leider ist nur nur der aktuelle Zustand markiert, ohne bei den einzelnen Stationen die Zeiten zu nennen. Wer – wie ich – erst spät vom Code Gebrauch macht, sieht dann also nicht, wann das Produkt verschickt wurde.

Wie zeitaufwändig Drucken und Binden genau ist, kann ich schlecht beurteilen. Bei meinem Auftrag vergingen etwa 7 Tage vom Auftragseingang bis zum Versand. Sicherlich ist das eine normale Zeitspanne. Für spontane Fotobücher – etwa als Geschenk – ist diese aber zu lang.

Leider bekommt man bei Versand keine DHL-Trackingnummer, so dass das Paket nicht im undurchdringlichen Postnetz verfolgt werden kann. Als mein Paket nach mehreren Tagen noch nicht angekommen war, wandte ich mich an den ifolor-Kundenservice, der zwar sehr freundlich und hilfsbereit war, mir aber auch keinen Trackingcode nennen konnte, da dieser nicht einmal intern vorliegt. Hier sollte ifolor aufbessern und wie die meisten großen Onlineversender auch einen Trackingcode für den Paketversand bieten.

Wie sich im Nachinein herausstellte, erfolgt der Druck in der Schweiz. Mein Paket machte auf seinem Weg sogar im Zoll halt. Wer in Deutschland – und wie ich vielleicht sogar im hohen Norden – sitzt, muss mit der etwas längeren Versanddauer leben. Bei mir vergingen von Auftragsabschluss bis zum Erhalt des Buches ziemlich genau 2 Wochen.

Bildqualität

Das erste Mal die eigenen Fotos überhaupt gedruckt in der Hand zu halten, ist ein tolles Gefühl. Der Vergleich zu anderen Fotobuchherstellern fehlt mir, dennoch bin ich überzeugt, meine Bilder in einer klasse Qualität erhalten zu haben.

Die in der Software exakt aneinander positionierten Bilder werden auch genau wie gewünscht ohne hässlichen Pixelabstand zwischen einander gedruckt. Farbverläufe – wie durch die Software hinzugefügte Schlagschatten – sind schön und ohne erkennbare Abstufungen auf dem Papier gelandet.

Ohne es mangels eines kalibrierten Monitors wirklich behaupten zu können, wirkt die Farbwiedergabe originalgetreu und auf allen Seiten gleich bleibend gut.

Qualität der Bindung

Das für das „DeluxeBook“ verwendete Papier ist angenehm dick und stabil. Der Seitenbeschnitt an den Rändern ist sauber und immer so weit in die Seite hineinragend, dass keine unerwünschten Ränder in der Hintergrundfarbe sichtbar werden.

In der Bindung wirken die Blätter sehr fest und halten hoffentlich auch so lange, wie die Bindung es erahnen lässt. In der Art der Bindung liegt es begründet, dass Bilder, die sich über Doppelseiten erstrecken, in der Mitte verschwinden. Das ist natürlich kein Problem, sondern nur eine Tatsache, der man sich im Vorhinein bewusst sein muss. Die Software wies einen durch eingezeichnete Schattierung sogar bereits während des Gestaltens darauf hin.

Das Fotobuch erhält man als richtiges Hardcover. Diese robuste Version passt gut in jedes Bücherregal und schützt den Inhalt sicherlich auch auf lange Zeit zuverlässig. Dass das Cover in hochglänzender Version gefertigt wird, entspricht sicher dem ein oder anderen Geschmack. Mir persönlich wirkt dies aber zu empfindlich und bereits nachdem das Buch durch ein paar Hände gegangen war, blieben ein paar Flecken zurück.

Fazit

Das DeluxeBook ist eine tolle Möglichkeit, die Fotos aus der digitalen in die wirkliche Welt zu holen und sie in all ihrer Pracht im heimischen Bücherregal jederzeit verfügbar zu haben. Die Hürde, selbst ein Buch zu erstellen, ist gering, allerdings sollte, gerade was die Gestaltung des Covers angeht, mehr Flexibilität vorhanden sein. Auch wäre eine Software wünschenswert, die auf MacOS und Linux funktioniert.

Insgesamt hat ifolor ein tolles Produkt im Angebot und auch im eigenen Hause einen freundlichen und schnellen Kundenservice. Eine detailliertere Auftragsverfolgung sowie nach erfolgtem Versand ein Paket-Trackingcode sind aber Punkte, die die Firma auch im Hinblick auf ihrer anderen Produkte verbessern sollte.