Feuershows fotografieren

Bereits mehrmals hatte ich nun die Gelegenheit, Fotos von Feuerjonglage, Feuerspucken und ähnlichen Spielereien zu machen. Meine dabei gemachten Erfahrungen möchte ich gerne mit euch teilen, also fasse ich mal zusammen, wie ich dabei mittlerweile vorgehe.

Ausrüstung

Bei Feuershows hat man in der Regel mit schwierigem Umgebungslicht zu kämpfen. Möchte man also auch etwas “Drumherum” wie die Gesichter des Publikums festhalten, ist ein lichtstarkes Objektiv unabdingbar. Hat man es dagegen lediglich auf umherfliegende brennende Gegenstände abgesehen, belichtet man länger und die Lichtstärke des Objektives ist nicht so relevant. Da ich sowieso immer mein 50mm/1.8 auf der Kamera habe, nehme ich auch dieses Objektiv, aber auch mit dem recht lichtschwachen 18-55mm/3.5-5.6 Kit-Objektiv habe ich schöne Aufnahmen machen können. Die passende Brennweite solltet ihr natürlich je nach örtlicher Gegebenheit wählen.

Was ihr auf jeden Fall braucht ist ein Stativ. Bei fast jeder Aufnahme sind Belichtungszeiten nötig, die nicht mehr aus der Hand ausgelöst werden können. Zwar werden auch interessante Flammen-Effekte erzielt, wenn die Kamera bei der Belichtung bewegt wird, allerdings ist in fast allen Situationen auch ein wenig der Umgebung sichtbar, so dass die Kamera fest montiert sein muss, damit der Hintergrund nicht verwackelt.

Muster zeigen oder Flammen einfrieren?

Werden Flammenbewegungen in die Luft gezeichnet, ist es schön, diese “Spuren” deutlich zu machen und länger zu belichten. Je nachdem wie extrem man diesen Effekt haben möchte, bieten sich Belichtungszeiten bis zu mehreren Sekunden an. Der Vorteil an Flammen vor dunklen Hintergründen ist, dass der Sensor nur von der Flamme belichtet wird. So sehen auch lange Feuerspuren sehr scharf und strukturiert aus.

Eine kurze Belichtungszeit ist nötig, wenn man eine Flamme einfrieren möchte. Dies ist zum Beispiel beim Feuerspucken der Fall. Wichtig ist hierbei, im Vorhinein abzuschätzen, wie groß die Flamme etwa werden wird, um einen passenden Bildausschnitt zu wählen.

Blitzen

Sieht man jemanden, der eine Feuershow mit Blitz fotografiert, hält man ihn meist für völlig uninformiert, was Fotografie angeht. Bewusst eingesetzt, lässt sich durch einen Blitz aber ein angenehmer Effekt erreichen: Blitzt man einmal, belichtet dann aber deutlich länger weiter, hat man die Person scharf dargestellt und sieht um sie herum die Flammen in oft abenteuerlichen Mustern. Gerade, wenn der Jongleur selbst die Bilder bekommt, freut er sich sehr, dass auch das Gesicht gestochen scharf sichtbar ist. Aber Achtung: Wie immer gilt, dass das Fotografieren nur dann in Ordnung ist, wenn die Show davon nicht gestört wird. Bei einer gemütlichen Feuersession im Park kann man gut mit Blitz arbeiten, für eine Bühnenshow ist es dagegen tabu! Im Zweifelsfall: vorher fragen.

Sonstiges

Man sollte zu Beginn der Show den Fokus einmal korrekt einstellen und dann den Autofokus deaktivieren. Bei einer schwierigen Lichtsituation mit sich bewegenden Lichtern und sich dauernd verändernden Strukturen würde das Objektiv sonst Schwierigkeiten haben, überhaupt zu fokussieren und die besten Augenblicke wären schnell verpasst. Hierbei muss man natürlich darauf achten, die Distanz zum Motiv gleichbleibend zu halten. Bei Bühnenshows ist das in der Regel kein großes Problem.

Im Allgemeinen ist es von großem Vorteil, vorher zu wissen, was gleich kommen wird, um die Kamera eingestellt zu haben, bevor der perfekte Augenblick für eine Aufnahme verstrichen ist. Solltet ihr den Artisten kennen, sprecht vor der Show mit ihm und lasst euch über wichtige Rahmeninfos in Kenntnis setzen. Ist es eine freie Feuershow in einem Park oder auf der Straße, kann man auch spontan miteinander reden. Was ihr zum Beispiel klären solltet:

Zu guter Letzt

Das Grundlegendste zum Schluss: In Lichtsituationen wie bei Feuershows wird ausschließlich im manuellen Modus fotografiert. Die Kamera kann einfach nicht wissen, welchen der verschiedenen möglichen Effekte ihr gerne hättet und so gilt es, selbst die perfekte Kombination aus Blende, Belichtungszeit und ISO-Wert zu wählen. Doch keine Bange, bereits nach den ersten 3 Bildern werdet ihr eine Einstellung haben, mit dir ihr zufriedenstellende Bilder produzieren könnt. Für die bewusste Effekterzielung muss natürlich dennoch ausprobiert werden.

Trotz vieler Aspekte, auf die man achten muss kann, solltet ihr nicht zurückschrecken, mal die Gelegenheit einer solchen Show zu nutzen und zu fotografieren. In wenigen Minuten bieten sich einem sehr tolle Aufnahmemomente und gerade der Zeitdruck, unter dem man steht um spontan die richtige Einstellung zu finden, hilft sehr, ein Gefühl für die eigene Kamera und eine korrekte Belichtung zu finden.

Wer jetzt Lust bekommen hat, die Kamera zu greifen und zur nächsten Feuerjonglage zu rennen, dem sei das Programm des Hamburger Park “Planten un Blomen” ans Herz gelegt, wo noch an mehreren Terminen des Jahres am Parksee direkt nach den Wasserspielen eine Vorführung der Feuerfeen stattfindet. Und zur Anregung hier noch ein paar Bilder, die ich in letzter Zeit geschossen habe, bei einigen hatte ich zum Aufnahmezeitpunkt allerdings selbst noch nicht das Wissen aus diesem Post.


Photowalk durch die Hafencity

Am Sonntag vor einer Woche begab ich mich auf einen erst kurz vorher im Internet entdeckten Photowalk durch die Hafencity. Im Gegensatz zu meinem ersten Photowalk ein paar Tage davor handelte es sich nicht um ein gemeinsames Herumlaufen und einzeln fotografieren, sondern eher um eine von Ronny geführte Tour, bei der öfter zusammengerufen wurde, um konkrete Tipps auszutauschen oder Unterschiede in der Vorgehensweise zu diskutieren.

Auch die Zusammensetzung der Teilnehmer war dieses Mal sehr viel heterogener: Unter den sieben – allesamt männlichen – Teilnehmern war ich der jüngste (und mit 3 Monaten auch unerfahrenste), während auch Fotografen teilnahmen, die bereits seit 25 Jahren eine Kamera in der Hand haben.

Was ich gelernt habe:

Insgesamt war dieser Walk nicht ganz so locker wie mein erster ein paar Tage davor – wobei ich da alle anderen bereits vorher kannte. Dafür habe ich dieses Mal mehr gelernt und für mich mitgenommen. So zum Beispiel, dass Architekturfotografie nicht mein liebstes Metier ist und ich mich dann lieber in die Suche nach Details flüchte, statt die Herausforderung zu meistern, ein gesamtes Gebäude ansprechend einzufangen. Dementsprechend bin ich mit meinen Ergebnissen auch nicht zufrieden.

Nachtrag: http://www.flickr.com/photos/derkarawane/sets/72157624357157084/


Ein Hamburger Photowalk

“Hamburg bei Nacht”. So lautete Pablos Idee, mit der er mir neulich den Vorschlag machte, die schönste Stadt der Welt in ihrer sicherlich interessantesten Lichtkulisse zu durchstreifen. Und so habe ich mich also gestern auf den Weg gemacht, mit Martin, Pablo, Rolf und Tien meinen ersten Potowalk zu beschreiten.

Zwar habe ich keine große Ausbeute an guten Bildern, allerdings sind die Erfahrungen, die ich mit den anderen austauschen konnte und der Spaß, den wir gemeinsam hatten, Gold wert. Das möchte ich auf jeden Fall öfter mal machen!

Wir starteten am Jungfernstieg, liefen am Rathaus vorbei zum Rödingsmarkt, machten dann noch einen spontanen Abstecher zum Michel und beendeten die Tour vor schönster Elbkulisse am Baumwall. Insgesamt braucht man aber mit 5 fotografierenden Leuten schon einige Zeit, um vorwärts zu kommen, so dass am Schluss leider keine Zeit mehr für die typischen Speicherstadtbilder oder einen Abstecher in die Hafencity blieb.

Diesen Teil Hamburgs kann ich aber vielleicht dieses Wochenende noch nachholen, denn heute entdeckte ich durch Zufall, dass am Sonntag um 15:00 Uhr auch ein Photowalk stattfindet, der in der Hafencity beginnt. Ich werde vermutlich dabei sein und freue mich schon, neue Gesichter kennen zu lernen. Vielleicht ist jemand von euch auch dabei?

Meine Ergebnisse der letzten Nacht müssen noch etwas sortiert und bearbeitet werden, die Bilder dürften in den nächsten Tagen bei flickr landen. Tiens Fotos sind schon online zu sehen und bei Martin könnt ihr lesen, was man auf so einer Tour manchmal riskiert.


67 Megapixel

Ich habe mal die ersten Aufnahmen durchgeschaut, die im April mit meiner damals nagelneuen Kamera entstanden sind und bin auf eine Reihe von 11 Bildern gestoßen, die ich damals testweise für ein Panorama gemacht habe. Also habe ich die 18-Megapixel-Aufnahmen mal zusammengesetzt, etwas mit den Farben herumgespielt (bis sich Graustufen als das Optimum herausstellten) und einige überbelichtete Bereiche korrigiert.

Was nun fast aussieht wie eine Fisheye-Aufnahme ist also mein erster Panorama-Versuch. Der Beton-Bau ist übrigens ein Braunschweiger Studentenwohnheim. Auf flickr findet ihr das Bild in groß.


Bewusst fotografieren

Lerne die Regeln, damit du sie richtig brechen kannst.

Dalai Lama

Diagonalen bringen Dynamik ins Bild, nah am unteren Rand positionierte Objekte schaffen Stabilität und nach Drittelregel oder Goldenem Schnitt positionierte Motive wirken spannender, also würden sie im Bildzentrum liegen. Wer anfängt, über Fotografie zu lesen, stößt zwangsläufig über diese und ähnliche Regeln.

Wo ich anfangs noch wild drauflosgeknipst und ein Motiv mehrfach abgelichtet habe, um mir hinterher die beste Version aussuchen zu können, versuche ich mittlerweile, bereits vor dem Auslösen bewusste Entscheidungen über Komposition und Belichtung zu treffen. Zum einen fließen dabei selbst gewonnene Erkenntnisse ein, zum anderen probiere ich zuvor gelesenes am eigenen Bild aus.

Momentan beschäftige ich mich beispielsweise mit dem an vielen Stellen empfohlenen Buch “Der Fotografische Blick” von Michael Freeman. Ich schreibe bewusst “beschäftigen” statt “lesen”, da meiner Meinung nach ausprobiert werden muss, bevor das Gelesene einen Gewinn bringt.

Was ich aber selbst festgestellt habe und man sich auch immer wieder klar machen muss, ist, dass die Tipps der Profis immer nur genau das bleiben können: Hinweise, wie man im Allgemeinen ein Foto gut komponieren kann. Denn so kann auch ein Bild mit dem Motiv im Zentrum ein sehr gutes Foto sein. Im Endeffekt gelten für jede Situation neue Regeln – die wiederum gebrochen werden wollen.

Wie sehen eure Gedanken aus, kurz bevor ihr auf den Auslöser drückt? Arbeitet ihr bewusst nach Richtlinien oder schießt ihr das Foto so, wie das Gefühl es euch im Moment diktiert?


Ukraine

Nach vielem Herumsortiere, Hochladen und Weitergeben an verschiedenen Stellen habe ich nun auch eine Auswahl meiner Fotos aus der Ukraine bei flickr abgelegt. Hierfür habe ich mich entschieden, allen Bildern einen mehr oder weniger einheitlichen nostalgischen Look zu verpassen, der die Stimmung der Aufnahmen unterstützt. Ich hoffe, es hierbei nicht übertrieben zu haben.

Wie man an den Fotos übrigens auch sieht, bieten sich einem in der Ukraine unglaublich viele sehr klischeehafte Szenen. Ich war überrascht, dass dort (fast) alles so ist, wie man es aus Filmen oder von Vorurteilen her erwarten würde. Die Ukraine ist unglaublich arm und das merkt man an allen Ecken des Lebens. So sind zum Beispiel die Straßen in einem katastrophalen und (in der Stadt) total vermüllten Zustand.

Auch die Mentalität der Ukrainer ist auf den ersten Eindruck so, wie man es sich vorstellt: Kühl und abweisend. Wenn zwei Ukrainer sich zur Begrüßung die Hände geben, dürfen sie sich nicht in die Augen schauen. Wir hatten während unseres dreistündigen Aufenthalts an der Slowakisch-Ukrainischen Grenze also viel Spaß dabei, die Grenzer zu beobachten, wie sie kurz vor der Handberührung ihren Kopf deutlich zur Seite oder nach unten drehten. Auch ist mir aufgefallen, dass die Menschen in der Stadt alle einzeln unterwegs zu sein schienen. Jeder hatte ein deutliches Ziel vor Augen und kleine herumschlendernde Gruppen, wie sie auf deutschen Straßen oft unterwegs sind, waren überhaupt nicht zu sehen.

Was mich aber positiv überraschte, war die Offenheit, mit der uns die Menschen auf dem Dorf begegneten und welchen Spaß wir gemeinsam hatten. Dass Lebensfreude nichts mit Reichtum zu tun hat, ist mir da noch einmal sehr deutlich geworden. Von Olga, der Bedienung in der örtlichen Dorfkneipe, immer beim Wechselgeld beschissen zu werden, gehört aber natürlich trotzdem dazu, wenn man als Deutscher zu Besuch ist.

Auch die Landschaft, die sich mir rund herum bot, war atemberaubend. Mitten in einem Tal, umgeben von bewaldeten Hängen, gab es tolle Wolkenspiele zu beobachten. Leider war es gar nicht so einfach, einen freien Blick auf diese Schauspiele zu bekommen, da an allen Stellen alte sowjetische Bauten oder abenteuerlich konstruierte Strommasten in den Himmel ragten.

Die Gelegenheit, in die Ukraine zu fahren, bekam ich übrigens durch das BIRD-Festival, zu dem ich mit dem Hamburger Circus Mignon sowie der Berliner Elektro-Band Mundoloco reiste. In dieser Gruppe habe ich sehr viele neue Leute und Freunde kennengelernt. Danke euch allen für die tolle Zeit!

Bilder gibt es nach dem Klick.

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