Showtime: Judith

Heute gibt es die Bilder von Judiths Schlappseilnummer. Ich möchte diese Blogserie aber nicht nur nutzen, um Ergebnisse zu präsentieren, sondern erzähle auch ein wenig die Geschichte dahinter. Dazu gehören für mich ein paar Informationen zur Performance, außerdem versuche ich ein wenig festzuhalten, was mir bei den Aufnahmen durch den Kopf gegangen ist und mit welchen Problemen ich in einigen Augenblicken zu tun hatte.

Das Schlappseil ist sicherlich das exotischste Requisit des ganzen Abends gewesen. Dabei war am Vortag nicht einmal sicher, ob die Räumlichkeiten für den Aufbau geeignet sind. Zum Glück ist alles gut gegangen und Judith konnte uns ihre Interpretation des Showtitels “Book Stories” präsentieren.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Nummern trat sie dabei nicht auf der Bühne auf, sondern etwa drei Meter davor, da die Seilanlage zwischen zwei Masten montiert wurde. So war mir in der Vorbereitung nicht ganz klar, ob mein Blickwinkel überhaupt gute Aufnahmen erlauben würde. Eine Option wäre es gewesen, statt des Teleobjektivs mein 50mm/1.8 aufzuschrauben und mich näher ans Geschehen zu begeben. Da ich aber bereits im Vorhinein wusste, dass ihre Darbietung sehr ruhig ist, wollte ich möglichst auf Distanz bleiben, um mit meinen Spiegel-Auf-und-Zuklappsalven die Stimmung möglichst wenig zu stören und  den anderen Zuschauern auch weitgehend unsichtbar zu bleiben.

Dazu muss man sich außerdem die Gestaltung der Location vor Augen führen: Die Fliegenden Bauten spielen in einem viermastigen Zirkuszelt, dass zwischen mittleren und äußeren Sitzplätzen eine Dekoration von hellen Stoffbahnen schmückt. Für außensitzende Zuschauer ist es also je nach Nummernablauf nötig, sich etwas hin und her zu lehnen, um die durch Masten und Stoffbahnen entstehenden Sichtbehinderungen auszugleichen. Beim Fotografieren ergibt sich aber leider die Situation, manchmal eine dünne Schattenlinie über den Bildrand laufen zu haben. Was ich bei Judiths Nummer noch durch einen geschickten Standortwechsel ausgleichen konnte, hat mir bei anderen Gelegenheiten die besten Fotochancen zerstört.

Mit überlegter Vorplanung und etwas Improvisationsbereitschaft können solche Schwierigkeiten aber oft ausgeglichen werden. So sind für mich ein paar einmalige Gelegenheiten herausgekommen, Momente aus Judiths fantasievollen Performance festzuhalten.